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25. August 2020

Der Zeitgeist der Industrie 4.0:
Digitalisierungsschub für das Gesundheitswesen

Der Stellenwert der Digitalisierung im Gesundheitswesen hat durch die Pandemie deutlich an Gewicht gewonnen. Durch den Ausnahmezustand sind die Lücken in der digitalen Transformation sichtbar geworden. Der Wille, diese zu schliessen, zeichnet sich klar ab. Dies wurde beispielsweise im Rückblick von der Spital-IT in einem Webinar durch die HIMSS und die Spital STS AG vom Juni erläutert.

Im Zeitalter der Industrie 4.0. folgt der Automatisierung und Digitalisierung die Vernetzung. Sowohl zwischen Menschen (Netzwerke) wie auch zwischen Maschinen (Internet of things). Und auch als Kooperation zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz. Hierbei gilt es, die Stärken aus beider Systeme zu nutzen, nicht das eine durch das andere ersetzen zu wollen.
Aus dem Vernetzungsgedanken entsteht die Forderung nach Transparenz und Partizipation. Darin liegt grosses Potenzial. Erkenntnisse, die aus der Digitalisierung entstehen, vernetzt zu nutzen und daraus die nächsten Schritte abzuleiten, ist erst in grösseren und technisch affineren Unternehmen Standard.
Auch hier zeigte die Pandemie Nachholbedarf im Gesundheitswesen auf. Die Datenerhebung ist sehr unterschiedlich geregelt, meistens nicht automatisiert und nicht vernetzt. So können aktuell keine übergreifenden Echtzeitdaten als Entscheidungshilfe eingesetzt werden. Dieser Umstand wurde beispielsweise während des Lockdowns bei der Übermittlung der jeweiligen kantonalen Fallzahlen an das BAG deutlich.

Worin liegen die Gründe für die Komplexität? Hier bewahrheitet sich die Expertenmeinung von Prof. Dr. Andréa Belliger in der Realität: «Der gegenwärtige gesellschaftliche Veränderungsprozess, der als Digitale Transformation bezeichnet wird, geht weit über die Nutzung digitaler Tools und Technologien im Umgang mit Gesundheit und Krankheit, über Interoperabilität zwischen Leistungserbringern im Sinne von eHealth und digitale Prozesse hinaus und impliziert eine völlig neue Art, wie wir uns als Gesellschaft aufstellen. Dieser Paradigmenwechsel von geschlossenen, top down steuer- und regulierbaren Systemen mit klaren Rollen und Funktionen hin zu offenen, selbstorganisierenden, heterogenen Netzwerken geht einher mit einer Reihe von «neuen» gesellschaftlichen Werten und Normen wie offene Kommunikation, Transparenz und Partizipation. Wenn sich die Welt tatsächlich in diese Richtung bewegt, verändert sich auch das heutige Gesundheitswesen. Gesundheit wird zum Plattformthema, Netzwerkorganisationen, Ökosysteme und vernetzte Akteure dominieren, das Gesundheitswesen wird zum soziotechnischen Netzwerk und Technologie zu einem massgebenden Akteur. Offenheit und Transparenz werden zur individuellen wie organisationalen Default-Einstellung, Netzwerk-Benefit und Shared Value bestimmen die Ökonomisierung, Governance und Kontextsteuerung ersetzen statische Gesetzgebung.»
(Quelle: e-healthforum)
Der Wandel lässt sich also nicht auf den technischen Bereich reduzieren. Auch das Mindset und die gewohnten Strukturen verändern sich.

Netzwerke lösen Systeme ab
Den Unterschied zwischen einem Netzwerk und einem System definiert Prof. Dr. Andréa Belliger wie folgt: «Im Gegensatz zu Systemen haben Netzwerke durchlässige und unscharfe Grenzen. Es ist weniger wichtig zu wissen, wer oder was dazu gehört, als zu wissen, wer mit wem verbunden ist.»
Die Grenzen werden also weicher oder verschwinden. Dafür zählen die Verbindungen und daraus entstehende Knotenpunkte im Netzwerk.

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«Ein System ist geschlossen, es hat Grenzen und kann Personen ein- und auch ausschliessen. Ein System teilt klare Rollen zu und setzt diese in Beziehung zueinander. Ganz anders das Netzwerk: Es ist offen und kennt weder Laien noch Profis. Die ersten Unternehmen haben ihre Hierarchien bereits zugunsten von Netzwerken abgeschafft: Entscheidungen sollen da getroffen werden, wo die Fachkompetenz ist. Wo das hinführt – wir wissen es nicht. Wir sind alle Laborratten. Technologien entwickeln sich rasant, disruptiv – und mit ihnen unsere ganze Welt. Wir müssen Wege finden, mit dieser Komplexität, diesen Veränderungen umzugehen.»
(Quelle: Arzt/Spital/Pflege)
Was in den HR-Bereichen bereits Thema ist, wenn es darum geht, die Generation Y und Z zu rekrutieren, wird sich also im gesamten System bemerkbar machen.
Die Pandemie hat vermutlich in erster Linie unserem Denken den nötigen Schub in Richtung digitalisiertem und vernetztem Gesundheitswesen mit Kooperationsgedanken und Plattformen gegeben. Was zuvor ausgiebig diskutiert werden wollte, musste aus den gegebenen Umständen dann schlicht funktionieren. Und das tat es auch.

Wohin geht die Reise?
Ein Sprichwort sagt «Es ist einfach, Dinge kompliziert zu machen und es ist kompliziert, Dinge einfach zu halten.»
Scheuen wir uns vor komplizierter Denkarbeit? Oder haben wir gar Angst, uns in einer Umgebung wiederzufinden, die komplex und nicht mehr kontrollierbar geworden ist, so wie das Netzwerke typischerweise an sich haben?
So oder so: Wenn sich die Grenzen im Kopf auflösen, ist manches einfacher umzusetzen als zuvor gedacht.

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CEO Insights: Was der Sommer mit sich bringt.

CEO Insights: Was der Sommer mit sich bringt. Vor wenigen Wochen hat mir ein Lieferant mitgeteilt, dass all seine Mitarbeitenden zeitgleich eine Woche Sommerurlaub machen, um abzuschalten, auszuruhen und neue Energie zu tanken. Dies passiert im Rahmen einer langfristigen Initiative zur Vorbeugung und Bekämpfung von Burn-outs am Arbeitsplatz. Eine gute Idee, wie ich finde. Gerade weil die Burn-out-Zahlen kontinuierlich steigen – wie es auch der Job-Stress-Index 2022 verdeutlicht. Der Anteil an Erwerbstätigen, die sich emotional erschöpft fühlen, übersteigt mit 30,3 Prozent erstmals seit 2014 die 30-Prozent-Marke. Ein solch gemeinsamer Summerbreak ist jedoch nicht für jedes Unternehmen und in jeder Branche umsetzbar. Gerade für Leistungserbringer im Gesundheitswesen ist das schlicht undenkbar. Obwohl es gerade in diesem Bereich wichtig für Mitarbeitende wäre, Zeit zum Ausspannen zu finden, und für Unternehmen, den nachhaltigen Umgang mit Personalressourcen zu stärken. Im Gesundheitswesen steigen jene Zahlen, die Aufschluss geben über Belastung und psychische Gesundheit, stetig. Wie der OBSAN-Bericht vom Januar zeigt, bewertet in der Schweiz knapp die Hälfte (45,5 Prozent) der Ärztinnen und Ärzte ihre Arbeit als etwas stressig. Der Anteil äusserst gestresster oder sehr gestresster Ärztinnen und Ärzte (43,1 Prozent) fällt ebenfalls hoch aus. Obwohl Letzterer im internationalen Vergleich dem zweitniedrigsten Wert entspricht, ist er von 2019 auf 2022 deutlich von 37,1 auf 43,1 Prozent gestiegen. Dass es Sommer ist, merke ich auch an den veränderten Bedürfnissen von einigen POLYPOINT Mitarbeitenden. Da muss der eine Kollege eher gehen, um noch rechtzeitig zur Abschluss-Schulaufführung des Kindes zu kommen. Ein anderer muss zur Vorbereitung des Sommerfestes seines Sportvereins. Und bei der Kollegin macht die Kita demnächst Urlaub. Flexibilität im Bereich Kinderbetreuung, Familie und Freizeit ist gefragter denn je. Gerade im Gesundheitswesen bemängeln Mitarbeitende, dass nicht auf ihre Bedürfnisse eingegangen werden kann. Eine Studie vom deutschen Bundesgesundheitsministerium vom Mai belegt, dass in der Pflege für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Freizeit weniger relevant für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist als persönlich zugeschnittene Arbeitszeitmodelle, eine verlässliche Dienstplanung und eine flexible Kinderbetreuung. Sommerzeit ist für mich auch eine Zeit der Reflexion. Ich kann nun auf neun Monate als CEO der POLYPOINT AG zurückblicken. In diesen Monaten durfte ich sehr viel lernen. Am meisten wohl aus den Interaktionen mit Ihnen, geschätzte Kundinnen und Kunden. Auf dem Richmond Healthcare Forum, der DMEA und in vielen Kundengesprächen habe ich erfahren, welchen Herausforderungen Sie sich in Bereichen der Workforce oder ganz konkret im Bereich Personaleinsatz stellen müssen. Und natürlich auch, wo sich POLYPOINT noch verbessern kann. In diesem Rahmen haben wir auch unsere Feedback-Befragung via E-Mail-Versand anhand des Net Promoter Scores (NPS) weiter optimiert. Dies, um möglichst viel konkretes Feedback auf diesem Wege zu erfahren. Ausserdem lade ich Sie gerne ein, mir für Ihr Unternehmen einen Termin einzustellen, damit wir uns kennenlernen und Ihre Bedürfnisse und Entwicklungen gemeinsam besprechen können. Trotz – oder gerade wegen des Sommers: Unser Commitment, dass wir Ihnen ermöglichen wollen, Ihre Zeit für das Wesentliche zu nutzen, indem wir Ihre Planungsprozesse effektiver machen, bleibt natürlich bestehen. Darum arbeiten wir fokussiert weiter an der Automatisierung unserer intelligenten und partizipativen Personaleinsatzplanung. Konkrete Insights dazu erfahren Sie im spannenden Beitrag aus dem POLYPOINT Innovations- und Entwicklungsbereich > In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine entspannte und nutzbringende Sommerzeit. Herzlich grüsst Iris Kornacker Hier geht's direkt zur Terminbuchung > Quellen: Studie zur Arbeitsplatzsituation in der Akut- und Langzeitpflege, IGES | Ärztinnen und Ärzte in der Grundversorgung – Situation in der Schweiz und im internationalen Vergleich, OBSAN | Job-Stress-Index 2022, Gesundheitsförderung Schweiz

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